Vielfalt

Zu einem von Nachhaltigkeit geprägten Leben gehört es, die Vielfalt zu erhalten. In der Natur ist sie Voraussetzung für funktionierende Ökosysteme und faszinierende Symbiosen.
Auch in der Gesellschaft ist sie ohne Zweifel eine Bereicherung.
Deutschland ist zudem ein wirtschaftlich starker Staat. Diese Wirtschaftskraft fußt leider in Folge des globalisierten Kapitalismus und der freien Marktwirtschaft auch auf der Not anderer Menschen. Die so genannte „Erste Welt“ ist maßgeblich daran beteiligt, dass es den Menschen in der „Dritten Welt“ schlecht geht. Das hat verschiedene Gründe. Dazu zählt die Subventionierung eigener Produkte, wodurch deren Preise niedriger liegen und Erzeuger aus der Dritten Welt nicht mithalten können. Ebenso zählen hierzu u.a. der raubmäßige Abbau „seltener Erden“, das Fördern von Öl (mit Unfällen und all den negativen ökologischen Folgen), das Abholzen von Wäldern, der Anbau von Monokulturen (Palmölplantagen,…) und das Leerfischen von Gewässern in Dritte-Welt-Staaten. Und dies ohne, dass deren Bevölkerungen daraus einen Nutzen ziehen würden…
Großkonzerne aus reichen Staaten beuten die armen Staaten aus und so profitiert auch die deutsche Wirtschaft von dieser Ausbeutung.
Und nicht zuletzt profitieren wir Verbraucher von den verschiedensten Produkten aus Billiglohnländern, die wir konsumieren. Sei es aus Mangel an Alternativen oder aus Spargründen.
Vor diesem Hintergrund ist es absolut notwendig, dass wir Menschen in Not helfen. Ob sie nun vom Bürgerkriegsland Syrien, dem krisengeschüttelten Kontinent Afrika oder aus anderen Krisengebieten der Welt stammen. Wir tragen Verantwortung!
Und Zuwanderung ist schließlich auch ein Gewinn. Es sind Menschen mit Fähigkeiten und Erfahrungen, die in Deutschland vielleicht auch dauerhaft eine Heimat finden können. Und ich spreche hier nicht nur von hochstudierten Fachkräften. Jeder Mensch hat etwas zu bieten und trägt zu einem funktionierenden Gesellschaftssystem bei, wenn man ihm die Chance gibt, sich zu integrieren, ohne sich dabei aufzugeben.

In Deutschland formiert sich dennoch Widerstand gegen die Zuwanderung. Hinter diesem stecken sicherlich viele verblendete Menschen mit irrwitzigen rechten Ideologien. Doch es sind eben nicht nur rechte Randgruppen, die demonstrieren. Es sind nicht nur Anhänger rechter Gesinnung, die die „AfD“ wählen und somit deren Isolationsgedanken unterstützen.
Die Politik macht es sich gerne einfach und schert alle über einen Kamm. Sie stellt alle in die rechte Ecke und ignoriert Menschen mehr oder weniger gekonnt. Die Demokratie in Deutschland lobt man zu Recht und verspricht, sie verteidigen zu wollen. Und doch ist sie in manchen Fällen ungemütlich. Nämlich dann, wenn Stimmen laut werden, die aus Frustration und Angst in einen fremdenfeindlichen Chor einstimmen. Da hört man dann doch lieber weg und stigmatisiert sie alle als rechtsradikal.
Doch was ist wohl mit den Millionen Menschen in Deutschland, die man auf Hartz 4-Nieveau leben lässt, die in die Kategorie „arm“ fallen? Die man längst aufgegeben hat? Was mit den Menschen, die Vollzeit arbeiten und dennoch nicht davon leben können? Und mit jenen Menschen, die regelmäßig zur „Tafel“ gehen, um nicht hungern zu müssen? Was antwortet man diesen?
Genau! Man beschließt einen Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro brutto, der aber erst Anfang 2017 gilt und einige Ausnahmen vorsieht. Man bietet den Menschen, die Hartz IV beziehen, einen 1 Euro-Job an, Praktika und Trainingsmaßnahmen, die am Ende oft nichts bringen. Und man fordert von allen, privat fürs Alter vorzusorgen. Ein Mensch, der 8,50 Euro brutto verdient, 40 Stunden pro Woche arbeitet, erhält im Monat 1360 Eurobrutto. Davon werden noch Steuern und Sozialabgaben abgezogen. Vielleicht ist er allein erziehend und muss daher zusätzlich ein Kind ernähren. Er muss die Miete von dem Lohnbezahlen, die Fahrt zur Arbeit und zurück, Strom, Wasser, Heizung,… Und dann wollen er und sein Kind ja auch noch etwas essen, Kleidung tragen, das Kind freut sich über ein Weihnachts- und Geburtstagsgeschenk.
Und jener Mensch soll dann auch noch fürs Alter vorsorgen? Vielleicht sogar noch den höchsten Satz, damit er auch möglichst viel Zusatzrente erhält, denn von dem gesetzlichen Anspruch, der aus seiner „hoch bezahlten Arbeit“ entsteht, kann er später gar nicht leben!
Und was noch? Eine Zusatz-Pflege-Versicherung vielleicht? Und eine Versicherung gegen Berufsunfähigkeit…?
Wovon träumen eigentlich unsere Volksvertreter nachts? Es scheint, als hätten sie den Bezug zur Realität verloren! Und den Draht zu vielen Menschen!
Die soziale Ungerechtigkeit nimmt immer mehr zu. Und das wird wissentlich und willentlich durch die meisten Volksvertreter gefördert. Zugleich versickern Milliarden Euro in irgendwelche dubiosen Baustellen, werden Banken gerettet und deren Manager entlastet, die Arbeit der Politiker hoch honoriert. Korruption greift um sich wie ein Krake und überall fließen Milliarden. Nur nicht im sozialen Sektor, da wird immer weiter eingespart.
Wer Menschen aufgibt und ihnen dadurch mitteilt, dass ihr Schicksal der Politik prinzipiell egal ist, und wer die Realitäten nicht sieht, braucht sich nicht über Unmut zu wundern!
Und wer jene Menschen nun in die rechte Ecke drängt, sie ignoriert, nur weil sie in ihrer Frustration irgendwelchem ideologischem Irrsinn hinterher laufen, der hat nichts verstanden! Und er akzeptiert dadurch, dass laut Umfragen etwa 10% der Befragten bei den nächsten Bundestagswahlen die AfD wählen würden. Er macht dadurch die rechten Ideologien hoffähig und trägt dazu bei, dass sich dieser Wahnsinn und die Fremdenfeindlichkeit ausweiten. Wer kann sich schon wünschen, dass Parteien wie die AfD in den Bundestag gewählt werden?
Doch wenn man die Ohren schließt, nur weil man etwas nicht hören will, heißt das noch lange nicht, dass der Andere dadurch schweigt. Man muss zuhören und dem politischen Gegner den Wind aus den Segeln nehmen. Man muss erkennen, dass die Sozialpolitik alles andere als ausgewogen ist, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander klafft. Und das sich dieser Trend umkehren muss!

Dies ist nicht nur in Deutschland so. In Lettland beträgt der Mindestlohn momentan 320 Euro brutto! Man will ihn nun auf 360 Euro brutto erhöhen. Und es ist nicht zwingend so, dass die Preise in dem Land viel niedriger sind. Die Mietpreise liegen dort für kleine Wohnungen schon um die 300 Euro. Wer sich das nicht leisten kann, schaut blöd in die Röhre, hört auf zu arbeiten und holt sich Sozialhilfe.
Der Wahnsinn steckt in der Umverteilung des Vermögens von unten nach oben!
Wen wundert es da, dass die Griechen nun links und dadurch den bisherigen Sparkurs abwählen? Man hat ihnen ihre Renten zum Teil um die Hälfte gekürzt, über 20 % liegt die Arbeitslosenquote, die Menschen sind verarmt. Man treibt ein Volk in den Ruin, nur weil dessen Land – wie alle Europäische Staaten – auf Pump gelebt und sich überschuldet hat. Und man droht den Griechen nun mit dem Rauswurf aus der Währungsunion. Nur weil sie ihr demokratisches Recht der Wahl nutzen. Weil sie nicht länger für die Fehler ihrer ehemaligen Vertreter und die Spekulationshaie der Finanzindustrie bluten wollen.
Ist dies das Europa, das sich als demokratischer Musterschüler zeigt und Staaten, wie China, Russland & Co. ein Vorbild sein will? Ist es das Europa, was wir wollen? Eines, das vom Kapital regiert wird?

Gehören Deutschland und Europa nicht zunächst den Bürgern?
Dann sollten wir die Stimme erheben, ohne uns in den braunen Sumpf der Hetze drängen zu lassen!
Wie das Zwitschern der Vögel, das den Winter vertreibt und den Frühling ruft. Einen bunten Frühling voller Vielfalt und ohne jegliche Fremdenfeindlichkeit!Ein Frühling, der eine Symbiose zwischen „Erster“ und „Dritter Welt“ erwachsen lässt.
Es ist ein Kreislauf, der dazu durchbrochen werden muss: Die Ausbeutung armer Staaten geht mit der Ausbeutung der Menschen in Deutschland ein Stück weit einher. Da ist beispielsweise der Unternehmer, der Billigkräfte im Ausland als Ass im Ärmel vorweisen kann, um Löhne in Deutschland zu drücken. Der mit Arbeitsplatzabbau droht und der Verlagerung in Billiglohnländer. Da ist der Discounter, der nur niedrigste Preise für die Milch zahlt, von dem Molkereien abhängig sind. Von diesen hängen wiederum die Landwirte ab, die bei immer niedrigeren Preisen immer größere Mengen produzieren müssen, um überhaupt existieren zu können. – Auf Kosten der Umwelt, der Tiere und der Ressourcen…
Und da ist der Verbraucher, der all dies ein Stück weit steuern kann mit Hilfe seines Einkaufsverhaltens… Wenn wir bereit sind, Lebensmittel und Produkte wieder mehr Wert zu schätzen, sind wir bereit, auch mehr für ordentlich produzierte Produkte zu zahlen. Durch den Verzicht auf Superniedrigpreise, stimmen wir gegen den Niedriglohnsektor, gegen Kinderarbeit und Billiglohn im Ausland. Kaufen wir wenn möglich regional und in jedem Fall fair. Dann wird auch die Welt ein Stück weit fairer und wir alle profitieren davon!

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