Zeit, Danke zu sagen

20130210_114453Der Herbst ist schon wieder vorbei … Bald ist es Weihnachten … Zeit, die Ernte des Jahres einzufahren und ein Fazit zum Gartenjahr zu ziehen. Zeit, Danke zu sagen …

Walnüsse, Haselnüsse, Äpfel, Birnen, Trauben, Kohl, Rüben, Mais, Kürbisse,… Es gibt viel Leckeres zu ernten im Garten und auf den Feldern. Und auch die Natur hat einiges aufzubieten in Form von Wildsträuchern und -kräutern. Da hängen Hagebutten, Schlehen und die Früchte des Weißdorns an Wildhecken, auch die blauen Früchte der Mahonie können gekocht und zu einem leckeren Gelee verarbeitet werden.
Doch nicht nur Wildfrüchte lassen sich nutzen.
So kann man beispielsweise die Wurzel des Löwenzahns zur Herstellung eines koffeinfreien Kaffees verwenden. Man sollte dicke Wurzeln wählen, diese in grobe Stücke schneiden und etwa zwanzig Minuten im Backofen bei 225 °C trocknen. Nach dem Abkühlen wird die Wurzel dann zermahlen. Zur Zubereitung des Löwenzahn-Kaffees wird etwa1 TL des Pulversin eine Tasse gestreut,mit heißem Wasser aufgegossen und je nach Geschmack nach 3-5 Minuten wieder abgesiebt. Der Kaffee schmeckt zwar bitterer, ist aber in jedem Fall gesünder. Und man kann ihn schließlich auch mit Honig oder Zucker süßen.
Gleiches gilt für die Eichel. Schale und Haut werden entfernt, die Eicheln in kleine Stücke geschnitten und in der Pfanne geröstet. Je nach Intensität der Röstung wird der Geschmack der Eicheln bitterer. Schwarz sollten sie nicht werden, weil sie dann ungenießbar und auch ungesund werden. Ist die gewünschte Intensität der Röstung erreicht, werden die Stücke im Mörser oder in der Küchenmaschine zu einem Pulver zerkleinert und 1 -2 TL mit heißem Wasser aufgegossen. Je nach Geschmack bis zu zwei Minuten ziehen lassen, dann absieben und genießen.

Alles was wir ernten ist auch Teil der Natur, ist eine Folge ihres Zutuns. Wäre es daher nicht an der Zeit, auch der Natur einmal zu danken? In früheren Kulturen war es gang und gäbe, der Natur für ihre Gaben zu danken, sie zu respektieren. Denn sie hält auch uns schließlich täglich am Leben.
Doch wir haben das Danken verlernt, sehen es als selbstverständlich an.
Und nicht nur das. Wir zerstören Natur, wir bekämpfen die natürlichen Lebensgrundlagen, sorgen für Hungersnöte innerhalb der Natur.
Wenn man sich so umschaut, scheint der Gabentisch zwar reich gedeckt zu sein. Doch leider ist dem nicht so. Unserer Vogelwelt steht beispielsweise im Vergleich zu vor 50 Jahren nur noch ein Bruchteil von den Wildkräutersamen, Beeren und Insekten als Futterquelle zur Verfügung. Immer häufiger stirbt die Vogelbrut an Unter- oder Mangelernährung und auch im Winter sterben Tiere an Nährstoffmangel, die sie anfälliger für Krankheiten bei Kälte und feuchter Witterung macht. Selbst im Herbst, der Erntejahreszeit, genügt das natürliche Nahrungsangebot meist nicht mehr. Aufgeräumte Kulturlandschaften der industriellen Landwirtschaft, der „Jät-Wahn“vieler Gärtner, dem vermeintliches „Unkraut“ zum Opfer fällt, sowie der Rückgang der Insektenbestände, tragen zu diesem Futtermangel bei. Neben dem Mangel an Futter ist es vor allem auch die fehlende Vielfalt, die den Tieren zu schaffen macht. Die moderne Ernährungswissenschaft hat für uns Menschen das Credo heraus gegeben, „5 am Tag“ zu essen, also fünf verschiedene Obst- und Gemüsesorten. Denn abwechslungsreiche Ernährung hält den Menschen gesund. Gleiches gilt auch für die Vögel, doch diese können sich leider im Supermarkt keine Distelsamen kaufen, wenn sie auf den Äckern nicht mehr zu finden sind…
So ist das ganzjährige Zufüttern mit Meisen-Knödeln, Sonnenblumenkernen und anderem Körnerfutter sicherlich eine erste und sehr wichtige Hilfsmaßnahme, um die Tiere vorm Verhungern zu schützen. Doch um sie gesund zu erhalten, braucht es auf Dauer eine nachhaltige Bewirtschaftungsweise von Landwirtschaftsflächen. Wildblumenstreifen, Inseln mit vogelfreundlichen Hecken, das Anbringen von Nistmöglichkeiten und der Verzicht auf Pestizide sind existenziell wichtig für die Vogelwelt.

Lassen wir daher im Garten eine Ecke mit Brennnesseln, Disteln, Gräsern & Co. wachsen, blühen und Samen ausbilden. Pflanzen wir anstatt nutzloser grüner Hecken zur Abgrenzung von Gärten und Höfen lieber vogelfreundliche Sträucher. – Feuerdorn, Kreuzdorn, Hundsrose, Sanddorn und Berberitze sehen nicht nur schön aus, grenzen nicht nur Flächen ab. Auch Efeu blüht irgendwann, wenn es einige Jahre am gleichen Platz wächst, trägt Früchte, die Amseln und Drosseln lieben.
Diese Hecken dienen als nützliche Futterquelle und Nistmöglichkeit für unsere gefiederten Freunde. Jene, die uns im nächsten Jahr das Frühlingserwachen ankündigen werden mit Gezwitscher und Gesängen. Und die uns nicht zuletzt so manchen unliebsamen Schädling ganz natürlich vom Leibe halten, weil sie ihn massenhaft vertilgen.

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